Timo Stoppacher hat gestern seinen letzten Workshop im Projekt Digitalien gegeben. Es ging dabei um die Journalistische Nische. Nach seinem Vortrag gab es eine kurze Diskussion, ob das Gesagte sich in der Praxis tatsächlich anwenden lässt oder nicht. Ich glaube schon – und habe darum einen Selbstversuch gemacht.
„Journalistenbüro? Wie jetzt? Sind Sie Journalistin? Was machen Sie hier?“ – ziemlich aufgeregt ist die Dame, die mit ihrem Sohn am Donnerstag ins Projekt Digitalien stürmt. Sie hatte die Schildchen im Schaufenster gelesen und folgte der Aufforderung, hereinzukommen und Fragen zu stellen.
Meine zweite Woche im Projekt Digitalien war sehr ruhig. Den Grund dafür habe ich schnell erkannt, ich kann ihn aber nicht ändern: Ich war diese Woche überwiegend morgens im Lädchen, und morgens eilen die Menschen durchs Leben. Trotzdem gab es nette Begegnungen.
Produkte aus Digitalien: In die Offline-Welt gebrachte Erinnerungen gibt’s gegen eine Spende, die mindestens die Produktionskosten decken muss.
Endlich ist es soweit! Heute Morgen habe ich die Schlüssel fürs Saisongeschäft in der Körnerstraße bekommen. Dort zieht jetzt für zwei Monate das Projekt Digitalien ein. Die ersten Dinge sind schon dort: Eine Mehrfachsteckdose beispielsweise. Warnung der Vermieterin: „Das ist ein Altbau. Kann schonmal sein, dass die Sicherung rausfliegt, wenn zuviele Geräte angeschlossen sind.“ Außerdem habe ich einige Produkte nach Digitalien gebracht, die Erinnerungen aus der Digital- in die Offline-Welt übertragen. Während ich die Sachen ins Fenster stellte, blieben die ersten Passanten stehen und schauten neugierig. Das ist für mich eine ganz neue Erfahrung – ich auf der anderen Seite des Fensters.
Mir schlägt das Herz bis zum Hals – und erstmals spüre ich am eigenen Leib, dass das nicht nur eine Redensart ist. Ganz deutlich spüre ich den Herzschlag unter der dünnen Haut pochen, und ich frage mich, wie auch nur ein einziger Ton gleich aus meiner Kehle kommen soll. Am Liebsten würde ich mich unter einem Tisch verstecken, die Biologen sprechen hier wohl vom fight or flight Syndrom. Noch könnte ich abhauen, aber da wird schon die letzte Folie an die Wand geworfen, und ich weiß, ich muss gleich auf die Bühne um eine Podiumsdiskussion zum Thema Zukunft der Banken beim Frankfurter Medienmittwoch zu moderieren. (mehr …)
Geschafft! 7 Leute, darunter 3 Professoren, waren heute Morgen beim Stop Motion Video Workshop an der University of Memphis – und herausgekommen sind 7 wunderbare kleine Filme. Ich finde es großartig, dass die Dozenten hier keine Berührungsängste haben: Sie kennen sich in einem Gebiet nicht aus, wollen das gerne lernen, und dann setzen sie sich eben mit den Studierenden zusammen in einen Workshop, um zu lernen. Undenkbar an vielen deutschen Universitäten. (mehr …)