Tansania: Recherche in Milingano

Milingano ist gegen Yamba eine richtige Großstadt: Es gibt einmal die Woche einen Markt, Fahrräder, eine sehr große Schule, eine Krankenstation, deren Arzt aber nicht in der Nähe war. Und ein kleines Hospital, das nicht genutzt werden kann, weil die Regierung seit Jahren keine Betten zur Verfügung stellt. Was dazu führt, dass das Gebäude schon wieder zerfällt, ohne jemals genutzt worden zu sein. Das habe ich bei meinem Rechercheausflug erfahren. Alles in allem war es ein harter Tag:

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Tansania: ein Schulbesuch in den Usambarabergen

In Yamba gibt es einen Kindergarten und die Klassen 1 bis 7. Jede Klasse hat ein eigenes Zimmer, nur der Kindergarten und die beiden ersten Klassen teilen sich einen der dunklen Räume mit den Holzbänken und der großen schwarzen Tafel zeitversetzt. Die Schüler tragen alle blaue Hosen oder einen blauen Rock, ein ehemals weißes Hemd oder eine weiße Bluse, und fast alle einen dunkelblauen Strickpullover. Die Pullover haben ehemalige Ehrenamtliche zusammen mit der Dorfbevölkerung gestrickt, weil es in Yamba oft unter 20 Grad hat. Jeden Morgen wird die Schuluniform genau unter die Lupe genommen, und die Kinder sind aufgefordert, Löcher oder Risse zu Hause zu stopfen.

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Freiwilligenarbeit: Hausbau in Yamba

Derzeit gibt es zwei große Baustellen in Yamba, und beide liegen nebeneinander. Rechts ist die Baugrube für das Haus des bei Village Africa arbeitenden Fahrers John schon weit ausgehoben, links das Eigenheim für den tansanischen Vorstand der Organisation fast fertig. Heute haben die Bauarbeiter mit den Ehrenamtlichen an der Küche weitergearbeitet. Die Häuser in Yamba bestehen aus drei einzelnen Gebäuden: einer Toilette mit Dusche, einer Küche und einem Wohn- und Schlafbereich. Um die Küche fertig zu bauen, musste ein Mauerabschluss aus Zement auf die Ziegelsteine gesetzt werden. Darauf kommen demnächst die Dachbalken.

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Tansania: Die vielen Seiten der Entwicklungshilfe

Ganz böse Zungen sagen, dass Entwicklungshelfer mehr Schaden als Nutzen anrichten. Denn wenn sie wirklich helfen würden, würden sie ihre eigenen Arbeitsplätze langfristig überflüssig machen. Nicht ganz so harsch fällt das Urteil des Süd-Sudanesen Nhial Bol aus:“Viele Entwicklungshelfer meinen, sie wüssten genau, was die armen Länder brauchen. Dabei starten sie oft Projekte, die nicht funktionieren können, weil die Mentalität und Kultur der Betroffenen außer Acht gelassen wird. Helfer sollten fragen, wie Entwicklungshilfe in Afrika helfen kann. Was nutzt es denn armen Kindern in den Usambarabergen in Tansania, wenn sie Englisch lernen? Was bringt es ihnen, wenn ein Lehrer nach drei Monaten wieder verschwindet?“

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Mobile Reporting aus den Usambarabergen

Mitten im Busch, ohne Strom und fließend Wasser, aber via SIM-Karte mit dem Internet verbunden. Das erscheint mir noch immer wie ein Wunder. Allerdings: so ganz ohne ist das Ganze nicht. Mein iPhone ist alt und hat eine SIM-Karte, das iPad eine Micro-SIM. Der Unterschied liegt, wie es der Name schon sagt, in der Größe. Ich habe zwar einen mobilen Hotspot dabei, mit dem ich beide Geräte gleichermaßen mit einer Karte ins Netz bringen würde, aber dazu hätte ich ihn zu Hause konfigurieren müssen. Das wäre aber nicht gegangen, weil ich die Kartendetails noch nicht kannte. Und da man ans iPad via USB nichts anhängen kann, war der Kauf dieses Gerätes zumindest für diesen Aufenthalt für die Katz.

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Das ist Village Africa

Sechs Jahre alt wird Village Africa 2012. Als Caroline Johnston, die britische Gründerin, hier 2006 ankam, wollte sie als erstes eine Straße, die das Dorf mit der Außenwelt verbindet. Darum gibt es heute eine Buckelpiste, die bis auf einige Kilometer an das Bergdorf heranführt. Caroline hatte in der ganzen Welt selbst als Ehrenamtliche gearbeitet, als sie Pfarrer Father Baruti traf. Er fragte sie, ob sie ihm nicht helfen wollte, die Armut in Yamba und Milingano zu bekämpfen, und sie stimmte zu.

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Gespräch mit Nhial Bol, Journalist im Süd-Sudan

Er steht wie ein Baum vor mir: mindestens zwei Köpfe größer als ich, breiter, aber keinesfalls dick, schwarze Bundfaltenhose, rot-gemusterte Tunika. Das Weiß seiner Zähne und Augäpfel blitzt, die Pupillen selbst sind fast so dunkel wie seine Haut. Vor mir steht Nhial Bol, Chefredakteur der täglich erscheinenden Zeitung „The Citizen“, der einzigen dieser Art im Süd-Sudan, wie er mir sagt. Ich treffe Nhial noch in Daressalam, zufällig, weil er mit seiner Freundin im gleichen Hotel wohnt wie ich. Und sie, so will es der Zufall, arbeitet in der Entwicklungshilfe und ist gebürtige Kölnerin. Nhial erzählt:

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Onga heißt Hallo

Ein Dorf hat für mich einen zentralen Platz, eine Kirche, ein Rathaus, eine Polizeistation. Yamba, das Bergdorf in Tansania, in dem Village Africa aktiv ist, sieht ganz anders aus. Es beginnt mit der Anfahrt: Drei Stunden von Tanga mit dem Geländewagen landeinwärts, auf Straßen, die immer schmaler werden, bis sie schließlich nicht viel mehr sind als ein ausgetrockneter Flusslauf mit Schlaglöchern. Doch John, der Fahrer, steuert den Geländewagen gekonnt über diese Buckelpiste, mehrmals in der Woche und das schon seit Jahren.
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Eingewöhnungsphase in Tansania


Diego ist der Neffe meines Kisuahili-Lehrers, und für ihn hatte ich ein Blackberry dabei. Eigentlich wollte er gestern hier vorbeikommen, doch er war weit weg von Dar, und mit der Fähre hätte es ihn zu viel Zeit gekostet, vorbeizukommen. Also hatten wir uns für heute verabredet, und es hat geklappt. Was Ramesh, mein Lehrer, mir nicht gesagt hatte, war, dass Diego auch in der Medienindustrie arbeitet und ebenfalls Freiberufler ist.

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Tansania: Karibu heißt Willkommen

Klein ist Taxifahrer Henry, nicht mehr der jüngste, und er lächelt mich unfassbar sympathisch an, als ich aus dem Flughafengebäude in Daressalam, in Tansania, komme. Dass ich Geld abheben muss, ist kein Problem, und auch der Kauf einer SIM-Karte fürs Handy gehört zu seinen leichtesten Aufgaben. Zwar funktioniert das Internet bisher nicht damit, aber telefonieren geht schonmal.

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