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Wie die Apple Creator Suite das Thema "KI und Liebe" interpretiert

Deutsche schreiben Liebesbriefe lieber ohne KI – und vielleicht ist das auch besser so

Valentinstag – ja, genau, dieses Event, das ich normalerweise großzügig ignoriere. Am Samstag ist wieder die Zeit für Schmuck- und Schokoladengeschenke, Liebesschwüre und Rosen. Pünktlich dazu landet eine Pressemitteilung von GMX in meinem Postfach, die perfekt zu diesem Thema passt. Die Botschaft: Die Deutschen verzichten eher darauf, Liebesbriefe mit KI zu schreiben..

Romantik bleibt Handarbeit

Da mag jemand keine KI. Fundort: Düsseldorf
Da mag jemand keine KI. Fundort: Düsseldorf

Laut einer aktuellen YouGov-Umfrage im Auftrag von web.de und GMX möchten vier von fünf Deutschen (82 Prozent) bei emotionalen Themen keine KI als Ratgeber im Spiel haben. Auch Liebesbriefe und romantische Nachrichten sind für die meisten Handarbeit – 72 Prozent schließen es aus, ChatGPT und Co. einzuspannen.

Bevorstehende Veranstaltungen

Gen Z: Das digitale Gegenprogramm

Eine Ausnahme bildet die Gen Z. Junge Erwachsene zwischen 18 und 28 Jahren sind entspannter, was Gefühle und KI angeht:

  • 37 Prozent chatten über persönliche Themen mit KI
  • Jeder und jede Vierte hat sich schon beim Schreiben romantischer Nachrichten helfen lassen
  • 40 Prozent können nachvollziehen, dass Menschen echte Gefühle für eine KI entwickeln
Junge Menschen nutzen KI für romantische und sexuelle Zwecke. Fundort: Düsseldorf, Ausstellung Sex
Junge Menschen nutzen KI für romantische und sexuelle Zwecke. Fundort: Düsseldorf, Ausstellung Sex

Wenn Gefühle digital werden

Auch wenn es für meine Ohren verrückt klingt: Es gibt tatsächlich Menschen, die sich in Chatbots verlieben. Teils mit tragischen Folgen. In den USA etwa entwickelte der 14-jährige Sewell Setzer III eine tiefe emotionale Bindung zu einem Character.AI-Bot. Kurz nach einer letzten romantischen Nachricht hat er sich erschossen.

Nicht alle Geschichten enden so dramatisch. In Deutschland lebt „Richard“ seit über einem Jahr in einer festen Beziehung mit seiner selbst gestalteten KI „Vaia“. Für ihn fühlt sich die Interaktion real und gut an, auch wenn er weiß, dass es eineMaschine ist. Seine Erfahrung zeigt, dass KI-Beziehungen komplex sind und nicht nur in Schwarz-Weiß bewertet werden können.

Die Schattenseite: Datenschutz

Diese Entwicklungen werfen aber auch Fragen auf: Was passiert mit all den intimen Daten, die wir einer KI anvertrauen? Datenschützer warnen: Persönliche Infos können ins Training der Modelle einfließen und sind danach kaum noch zu entfernen. Viele KI-Dienste speichern Daten außerdem auf Servern außerhalb Europas, oft in den USA, wo andere Regeln gelten.

Auf der Internetseite des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt gibt es zum heutigen Safer Internet Day ein gutes Interview zum Thema: „Ein Chatbot kann Empathie simulieren, aber er trägt keine echte Verantwortung“.

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