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Screenshot Vidnoz. So sieht die Arbeitsfläche aus

Schulungsvideos mit Vidnoz AI: Schnell, bequem – aber noch lange nicht perfekt

Auch wenn sich bei mir beruflich in der Zwischenzeit eigentlich alles um künstliche Intelligenz dreht, habe ich wie viele andere auch das Problem, mit der schnellen Entwicklung Schritt zu halten. Das gilt insbesondere, wenn ich neue Tools ausprobieren möchte. Denn dafür braucht man einfach Zeit. Vergangenes Wochenende habe ich mir etwas Zeit eingeräumt, um ein Tool ausprobieren zu können, das Schulungsvideos erstellt. Es heißt Vidnoz AI. Kein Studio, keine Kamera, kein Sprechtext vor der Linse _ aber am Ende ein Schulungsvideo, das man veröffentlichen kann. Klingt nach einem Traum für alle, die regelmäßig Seminare geben und diese über das Internet anbieten. Doch derzeit gibt es bei Vidnoz noch Grenzen.

Was Vidnoz kann – und was noch nicht

Die Plattform setzt auf KI-Avatare und KI-Stimmen. Das spart Zeit, aber die Technik ist nicht an dem Punkt, an dem man sie problemlos in jeder Situation einsetzen sollte. Gerade die Stimmen machen das deutlich: Egal, ob man eine fertige Stimme nutzt oder die eigene Stimme klonen lässt – es klingt weiterhin künstlich. Der Rhythmus ist oft leicht daneben, die Sprechmelodie zu gleichmäßig, manche Betonungen wirken fremd. Ich musste ein Abo abschließen, um meine Stimme klonen zu können. Das Ergebnis ist jedoch so schlecht, dass ich das Abo sofort wieder gekündigt habe.

Trotzdem sollte man sich das Tool einmal ansehen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie einfach es ist, solche Videos zu erstellen. Klar ist: Sie werden besser werden!

Der Weg zum fertigen Video

Nach der Registrierung geht es im Browser los. Vidnoz bietet eine große Auswahl an Video-Vorlagen. Man klickt sich eine Struktur zusammen, fügt Szenen ein und entscheidet, ob ein Avatar im Bild sprechen soll oder ob der Text nur als Voice-over läuft. Das Grundgerüst steht schnell – eher in wenigen Minuten als in Stunden.

Der eigentliche Kern der Arbeit liegt im Skript. Wer ein Schulungsvideo produziert, sollte das gesamte Drehbuch vorher sauber ausarbeiten: Einleitung, Kernbotschaften, Visuals, Beispiele, Abschluss. Erst dann lohnt es sich, den Text ins Tool zu übertragen. 

Sobald der Text steht, lassen sich Hintergründe, Grafiken, Bilder oder Branding-Elemente anpassen. Die Oberfläche ist weitgehend selbsterklärend. Man zieht Elemente in die Szene, verschiebt sie, ändert Farben und Layouts. Vieles wirkt wie eine Mischung aus Canva und Präsentationstool – angenehm pragmatisch.

Wo es bei Vidnoz noch hakt

Vidnoz synchronisiert die Lippenbewegungen der Avatare mit dem Sprechtext. Technisch interessant, aber man hört den KI-Charakter sofort, besonders in Momenten, in denen eine echte Sprecherin Nuancen setzen würde. Wir das gleiche Foto für den Avatar über mehrere Slides genutzt, ist auch sofort klar, dass das Video KI-generiert ist. Die Bewegungen sind zu roboterhaft.

Export und Feinschliff

Ist alles stimmig, rendert Vidnoz das Video und bietet Exportoptionen für verschiedene Plattformen. Leider hört man erst ganz am Ende, wie die Stimmen wirklich klingen – und wie sie im Zusammenspiel mit den Texten und Bildern wirken.

Mein Vorsatz: ich schaue in etwa einem Jahr nochmals, wie weit die Schulungsvideos dann sind. Im Moment sind sie mir ganz klar noch zu unprofessionell.

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