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Ideen auf Knopfdruck von Reid Hoffman

Gelesen: Ideen auf Knopfdruck

Ein Buch (Werbelink zu Amazon) über KI – ist das nicht schon veraltet, bevor es gedruckt ist? Ja und nein. Wer seit Anfang des Jahres die Berichterstattung über ChatGPT und andere KI-Tools verfolgt und nutzt, braucht das Buch „Ideen auf Knopfdruck“ nicht zu lesen. Denn bis auf ein paar interessante Gedanken wird er oder sie bereits alles zum Thema wissen.

Wer sich aber noch gar nicht mit dem Thema beschäftigt und eine gewisse Scheu davor hat, bekommt in dem Buch „Ideen auf Knopfdruck“ von Reid Hoffman, das mir der Klassen Verlag zur Rezension geschickt hat, einen guten Überblick darüber, was ChatGPT kann und wie KI unsere Gesellschaft in den nächsten Jahren und Jahrzehnten prägen wird.

Der Autor von „Ideen auf Knopfdruck“

Interessant ist in diesem Zusammenhang übrigens auch der Autor. Reid Hoffman hat Paypal und Linkedin mitgegründet und ChatGPT mitfinanziert. Sein Name für KI: Prognosemaschine. Ein wichtiger Punkt: KI kann nichts wirklich Neues schaffen, sondern nur Bestehendes neu verpacken. Das Ergebnis ist trotzdem mehr als eine Kopie.

Spannend ist natürlich der Blick auf das Kapitel Bildung. Wer heute zur Schule geht, wächst mit KI auf. Sie wird für diese jungen Menschen zum Alltag gehören wie für uns schon Suchmaschinen, Wikipedia oder der Taschenrechner. Doch wie gehen Schulen und Lehrkräfte damit um? Wer bringt jungen Menschen bei, dass KI ein Werkzeug und keine Autorität ist?

KI trifft Kreativberufe

Im Kapitel Kreativität macht der Autor etwas, was ich auch oft mache: Ich frage die KI einfach, wie sie mich unterstützen kann. Zum Beispiel habe ich sie für meinen Vortrag über das Veröffentlichen von Fachbüchern gefragt, wie sie Autor*innen unterstützen kann – und dazu gute Antworten bekommen, die ich in meinen Vortrag eingebaut habe. Der Autor fragt nach Unterstützung für Architekten, Hip-Hop-Choregraphen oder Dokumentarfilmproduzenten. Die Antworten sind gut, aber ausprobieren muss es jede*r selbst.

KI und Journalismus in Ideen auf Knopfdruck

Erfreulich finde ich das Kapitel über Journalismus. Denn der Autor sieht es genauso wie ich: Das Ergebnis von ChatGPT ist nicht die endgültige Lösung, sondern der Ausgangspunkt, um die Arbeit richtig zu beginnen. Er bezeichnet das, was ChatGPT liefert, als eine grobe Landkarte, um die richtigen Fragen zu stellen. 

Was Reid Hoffman über KI und Journalismus schreibt

Gute Einstellung des Autors von „Ideen auf Knopfdruck“

Ich finde diesen Ansatz auch sehr praktisch, um schnell die Informationen zu erhalten, auf deren Basis ich mit der eigentlichen Recherche beginnen kann. Der Autor ist außerdem der Meinung, dass wir künftig nicht weniger, sondern mehr Journalist*innen brauchen werden. Denn da es mehr Fake News geben wird, brauchen wir auch mehr Menschen, die professionell mit Nachrichten umgehen können, um zu entlarven, ob es sich um die Wahrheit oder um eben Falschnachrichten handelt, so seine Argumentation.

Ich stimme dem Autor auch in vielen anderen Punkten zu. Mich erinnert der Beginn von KI ebenfalls an die Zeit, als Social Media groß wurde. Und auch ich glaube, dass diejenigen, die sich nicht damit auseinandersetzen, als erste ihren Job verlieren werden. In diesem Sinne: Viel Spaß bei der Lektüre!

Du hast im Interesse am Thema? Ich biete monatlich einen öffentlichen Vortrag zum Thema per Zoom an. Melde dich gerne an!

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