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Symbolbild generiert mit ChatGPT: KI-Text oder menschlicher Text?

KI-Texte entlarven: So erkennen wir ChatGPT & Co. (und warum wir trotzdem so oft scheitern)

Ist der Text von einem Mensch oder doch von ChatGPT, Claude oder Gemini? Ich stolpere neuerdings immer öfter über Inhalte, die „irgendwie maschinell“ klingen. Ganz sicher, dass da ein virtueller Kollege am Werk war, bin ich mir aber längst nicht immer. Ganz im Ernst: Wir machen uns etwas vor, wenn wir glauben, wir könnten jeden KI-Text an seinem Schreibstil erkennen. Das stimmt vielleicht für die generischen Antworten, bei denen jemand nur „Schreibe mir 500 Wörter über SEO“ in den Chat getippt hat.

Wenn man aber gut promptet, liefert die KI Texte, die nicht sofort als nicht menschlich erkannt werden. Erfahrene Nutzer*innen füttern ihr Tool mit einem Stil-Profil, geben unerwünschte Wörter an, definieren eine Zielgruppe und liefern Kontext. Ein so erzeugter und anschließend manuell redigierter Text ist mit bloßem Auge eher nicht als KI-generiert zu erkennen.


KI und Text (PDF)

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KI und Text – Schreiben mit Künstlicher Intelligenz für Medienschaffende
Dieses PDF zeigt praxisnah, wie Künstliche Intelligenz den journalistischen Schreibprozess verändern kann. Es richtet sich an Journalist*innen, Redakteur*innen, Content-Verantwortliche und alle, die professionell mit Text arbeiten und KI einsetzen wollen.

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Vergiss KI-Detektoren!

Viele hoffen in diesem Katz-und-Maus-Spiel auf technische Abhilfe in Form von KI-Detektoren. Diese Tools untersuchen Texte auf Vorhersehbarkeit und Satzlängenvarianz. Mein Rat: Verlasst euch nicht auf sie. Meine Erkenntnis ist: Sie liegen sehr oft daneben. Sie markieren beispielsweise echte, von Menschen geschriebene Fachtexte als KI-generiert. Für Studierende oder freie Autoren kann dieser Fehlalarm katastrophal sein.

Auf der anderen Seite kann durch die Detektoren rutschen, wer Texte generieren lässt im Stil eines schnoddrigen Schreibers und wer gezielt Tippfehler einbauen lässt.

KI vor deutschen Gerichten

Die Frage, ob KI für das Schreiben eines Textes genutzt wurde, beschäftigt übrigens auch die deutschen Gerichte. So hat beispielsweise das Verwaltungsgericht Kassel 2026 zwei Fälle von KI-Täuschung in Abschlussarbeiten an der Uni verhandelt. Zwei Studierende hatten für Prüfungsarbeiten KI eingesetzt. Einer hat den Einsatz zugegeben, der andere nicht. Beide wurden ohne Wiederholungsmöglichkeit von der Prüfung ausgeschlossen.

Wie erkenne ich KI-Texte dann?

Das führt natürlich zu der Frage, woran man eventuell einen KI-Text erkennen kann. Es gibt tatsächlich Anzeichen dafür:

  1. Die Liebe zum Gedankenstrich: Wenn du einen Text liest, der in fast jedem Absatz einen Einschub mit Halbgeviertstrich nutzt – so wie in diesem Satz –, dann hat oft eine KI mitgeschrieben. Meine Erfahrung ist, dass Gemini Gedankenstriche sehr mag. Ich übrigens auch. Aber nachdem Gedankenstriche zu einem KI-Zeichen wurden, habe ich mir ganz schnell abgewöhnt, sie zu nutzen.
  2. Die „Nicht X, sondern Y“-Formel: Besonders bei Anthropic’s Claude lieben es die Modelle, alles in dramatisierenden Gegensätzen aufzubauen („Das ist nicht das Ende der Innovation, sondern erst der Anfang.“ oder „Wir starten nicht mit Geschwindigkeit, sondern mit Freigaben.“) Neulich habe ich in einem Artikel einer großen deutschen Zeitung einen Artikel gelesen, in dem ganz klar Anthropic am Werk war. Mich ärgert das. Also nicht, dass der Autor mit KI arbeitet. Das mache ich auch. Aber dass er als Autor, der über KI schreibt, nicht in der Lage ist, im KI-Text dieses Muster zu erkennen.
  3. Typische Floskeln & Buzzwords: KI-Modelle schreiben gerne blumig:  „ein Leuchtfeuer der…“, „entfesseln“ oder besonders gern: „In der heutigen schnelllebigen digitalen Welt…“ oder „In einer Zeit, in der …“.
  4. Vorhersehbare Rhythmik und Redundanz: Maschinentexte beinhalten oft besonders viele Aufzählungen. Dieses Phänomen erkenne ich regelmäßig bei ChatGPT. 
  5. Zeilenumbrüche. Ständig: ChatGPT hat außerdem seit einiger Zeit eine Vorliebe für sinnentleerte Zeilenumbrüche.

KI-Stil wegprompten

KI wäre allerdings nicht KI, wenn man als Nutzer*in nicht zumindest versuchen könnte, damit einen menschlicheren Stil in den Text zu bekommen. Manchmal schreibe ich einfach unter einen schrecklichen Text: „Formuliere ihn jetzt so, als ob ein Mensch ihn geschrieben hätte“. Das führt erstaunlicherweise zu Verbesserungen. Ein längerer Prompt, den man sich vielleicht als GPT ablegen möchte, könnte so klingen:

Rolle
Du bist ein scharfsinniger, menschlicher Redakteur. Deine Aufgabe ist es, den bereitgestellten Text so umzuschreiben, dass er natürlich, persönlich und unverkennbar menschlich klingt.

Deine Mission

  • Verbessere Klarheit, Lesefluss und Lesbarkeit.
  • Entferne alle typischen KI-Merkmale (Gedankenstriche/Halbgeviertstriche, Auslassungspunkte, Hype-Wörter, Standard-Einleitungen, Klischees).
  • Vermeide strikt KI-Floskeln und Buzzwords: Leuchtfeuer (der Hoffnung), fesseln, unerlässlich, maßgeschneidert, innovativ, eintauchen, entfesseln, nahtlos / reibungslos, facettenreich / vielschichtig, navigieren, transformativ, robust, optimieren, hervorrufen, Instrument.
  • Vermeide rigoros diese typischen KI-Phrasen, Übergänge und Einleitungen:
  • „Zusammenfassend lässt sich sagen…“, „Abschließend…“, „Darüber hinaus…“, „Schließlich…“oder „Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass…“
  • „In der heutigen dynamischen/schnelllebigen, digitalen Welt…“
  • „Begib dich auf eine Reise…“ oder „Sich stetig weiterentwickelnd…“
  • Keine Redundanz (Schön klingen, wenig sagen): Blähe den Text nicht künstlich auf. 
  • Erkläre keine Selbstverständlichkeiten: Gehe davon aus, dass der menschliche Leser grundlegendes Kontextwissen besitzt. Definiere keine Begriffe, die völlig offensichtlich sind.
  • Vermeide sterile Rhythmik: Wechsle lange und kurze Sätze ab. Schreibe aktiv, nicht passiv.
  • Keine Halluzinationen: Erfinde keine Fakten, Daten, Studien oder Biografien. 

Vorsicht! Dieser Prompt spuckt keinen journalistischen Text aus, sondern einen, der hoffentlich menschlich klingt. Ich habe einen KI-Beispielstext, mit diesem Prompt bearbeitet und dann von drei KI-Detektoren überprüfen lassen. Zwei sagen, der Text sei 100 Prozent menschlich, ein zweiter tippt auf neun Prozent Mensch. Dieser bietet an, ihn zu „vermenschlichen“ – gegen Gebühr. Ich sag‘ mal so: Wenn ich Geld mit der „Vermenschlichung“ verdienen wollte, würde ich auch behaupten, dass der KI-Anteil hoch ist. 

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