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ChatGPT oder Perplexity?

ChatGPT Plus oder lieber Perplexity Pro?

Hast du dich schon einmal gefragt, ob du bei deinem KI-Abo aufs falsche Pferd gesetzt hast? Ich schon. Ich habe mich nämlich sehr schwer damit getan, von ChatGPT auf Claude Cowork zu wechseln. Letztlich habe ich den Schritt nicht bereut, aber wer hat schon Lust, immer wieder den Workflow umzustellen?

Ich habe mich darum nicht gewundert, als mir neulich jemand geschrieben hat: 

„Ich habe mein ChatGPT-Plus-Konto gekündigt, um Perplexity zu nutzen. Ich glaube, ich habe einen Fehler gemacht!“

Bei einem 1:1 KI-Coaching für Freiberufler*innen haben wir uns Perplexity und seine Möglichkeiten näher angeschaut. Denn ich behaupte: Es lässt sich dort alles nachbilden, was man sich bei ChatGPT aufgebaut hat. 



Der große Vorteil von Perplexity Pro: Viele Modelle statt einem

Bei ChatGPT bekommst du OpenAIs Modelle. Punkt. Bei Perplexity wählst du zwischen mehreren: GPT, Claude, Gemini, Kimi und weitere. Das ist ein Riesenvorteil – wenn du weißt, wofür welches Modell gut ist:

  • GPT oder Claude: zum Schreiben, Redigieren, Umschreiben. Meine Arbeitsmodelle für Blogtexte und Artikel.
  • Gemini: für analytische Aufgaben – Auswertungen, Strukturieren, Vergleiche. Und nebenbei: auch gut für Bildideen und fürs Vibe Coding.
  • Sonar: für die Recherche

Du bezahlst also deine monatliche Summe und kannst ein gutes halbes Dutzend Modelle nutzen. Ich bilde das über Typingmind in Kombination mit Open Router nach.

Einen Systemprompt und Skills kannst du natürlich auch bei Perplexity Pro anlegen. Im Folgenden erfährst du, was es mit Skills auf sich hat, was der Unterschied zwischen dem Chat und Projekten ist, und wie du Projekte und Skills anlegst.

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Skills: Der Master-Prompt, den du nur einmal baust

Das kennst du bestimmt: Du fängst einen neuen Chat an und tippst zum achten Mal denselben Einstieg: „Ich bin Journalistin und möchte, dass du mich bei der Recherche zu einem Thema unterstützt …“ Jedes Mal. Wieder und wieder. „Man müsste sich den Prompt abspeichern“, sagte neulich ein Kollege, der gerade erst ins Thema einsteigt. Ja, absolut. Genau dafür gibt es Skills. In Gemini heißen sie Gems, in ChatGPT hießen sie GPT, in Perplexity und Claude heißen sie Skills.

Ein Skill ist eigentlich ein gespeicherter Master-Prompt plus eventuell Beispiele, den du auf Knopfdruck auf jeden neuen Kontext anwenden kannst.

So legst du einen in Perplexity an:

  1. Klicke in der Webversion in der linken Navigation auf „Anpassen“.
  2. Gehe dann oben auf Skills und rechts auf „Skill erstellen“.
  3. Du kannst den Skill mithilfe des Chats erstellen, oder entsprechende Dateien hochladen. Kopiere beispielsweise deinen bewährten Master-Prompt ins Chatfenster und sage Perplexity, dass daraus ein Skill werden soll. Oder schreibe alle wichtigen Informationen in eine Datei und lade sie hoch.

Ich habe ziemlich viele dieser Skills oder Assistenten: Eine Recherchehilfe, einen Schlussredakteur, einen Bildgenerator, der immer die gleichen Regeln beachtet. Wenn du zum Thema Masterprompt Fragen hast, kannst du mich gerne kontaktieren.

Projekte vs. Chats: Nicht alles ist ein Langzeitvorhaben

Wie bei nahezu allen großen KI-Tools gibt es auch bei Perplexity „Projekte“. Diese legst du an, wenn du langfristig an einer Aufgabe arbeitest: ein Buchprojekt oder Serien sind typische Herangehensweisen. Neulich habe ich auch gelesen, dass jemand über Projekte private Chats von beruflichen trennt.

Den normalen Chat dagegen nutzt du, für schnelle Fragen oder einmalige Recherchen – oder eben um einen Skill anzulegen oder aufzurufen. 

Merksatz: Ein Projekt ist wie ein gut gefüllter Ordner im Regal. Ein Chat ist wie ein einzelnes Blatt. 

Persönliche Einstellungen: Der Hebel, den viele übersehen

Perplexity wird zudem dann besser, wenn du es für dich persönlich einrichtest. Klicke dazu  auf deinen Namen, dann auf „Alle Einstellungen“ und auf Personalisierung. Diese Möglichkeit der Personalisierung bieten übrigens alle LLMs. Bei Perplexity kannst du …

  1. Beruf eingeben. Trag ein, was du beruflich. Die Antworten werden passender.
  2. Antworteinstellungen anpassen. Lege fest, wie lang Antworten sein sollen und ob du Überschriften und Listen willst. Klingt banal, spart dir tägliches „bitte kürzer“.
  3. Benutzerdefinierte Anweisungen (Custom Instructions). Damit legst du fest, was das Tool grundsätzlich bei Antworten beachten soll. Zum Beispiel: „Erfinde keine Informationen.“, „Sage, wenn du unsicher bist, statt zu raten.“, „Stelle mir Rückfragen, falls nötig, bevor du antwortest.“

Fazit: Kein Fehler 

War die Kündigung von ChatGPT Plus also ein Fehler? Nein. Wenn du Perplexity richtig einstellst, statt es nur zu bedienen, hast du mehr Modelle, bessere Antworten und weniger Wiederhol-Prompting als vorher. Der Rest ist Übung.


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