- Schluss mit dem Abo: Statt monatlich rund 25 Euro pro Anbieter für ChatGPT Plus, Claude Pro oder Gemini Advanced zu zahlen, bündeln Universal-Interfaces alle Modelle in einer einzigen Oberfläche.
- Zahlen nach Verbrauch: Durch den Einsatz von API-Keys entfallen die Pauschalgebühren. Abgerechnet wird im „Pay-as-you-go“-Verfahren, was sich im Alltag meist schon nach wenigen Monaten amortisiert.
- Maximale Flexibilität: Tools wie TypingMind oder OpenRouter ermöglichen es Medienschaffenden, je nach Recherche-Aufgabe mit nur einem Klick das KI-Modell zu wechseln und Datenströme besser zu kontrollieren.
- Referral Link zu TypingMind (Werbe-Link): Wir bekommen beide zusätzlichen Cloudspeicher, wenn du darüber eine Lizenz kaufst.
ChatGPT Plus, Claude Pro oder Gemini Advanced kosten üblicherweise um die 25 Euro pro Monat. Ein Abo bei einem einzelnen LLM-Anbieter kann völlig ausreichend sein. Allerdings haben die Tools unterschiedliche Stärken. Und was, wenn man sich bei einem Tool häuslich eingerichtet hat, dieses aber plötzlich an Qualität verliert? Zieht man dann mit seinen Projekten und GPTs einfach so um?
In meinen Seminaren sage ich schon lange, dass es sinnvoll ist, nicht nur mit einem einzigen KI-Tool zu arbeiten. Weil man aber schnell den Überblick verliert, wo man welchen Prompt eingegeben hat und zudem die Plus-Varianten bei mehreren Anbieter*innen ziemlich teuer werden, sollte man sich mit Universal- oder Übertools auseinandersetzen. Die Älteren erinnern sich vielleicht daran, dass man früher auch Meta-Suchmaschinen benutzt hat, um nicht nur aus einer einzigen Suchmaschine Antworten zu bekommen. So ähnlich funktionieren diese Universal- oder Übertools.
KI und Multimedia: Audio, Video, Bild (PDF)
Praxisnaher Leitfaden für Medienschaffende, die mit KI Bilder, Videos und Audio erstellen oder visualisieren möchten. Das PDF erklärt wichtige Tools, zeigt konkrete Anwendungsbeispiele und enthält Prompts sowie Übungen für den direkten Einsatz im Arbeitsalltag.
Alternativen gibt es mehrere: OpenWebUI beispielsweise nutzt man als eigene Benutzeroberfläche – wer es nicht selbst technisch aufsetzen und hosten möchte, kauft es sich am besten als fertigen Cloud-Dienst. Der Fachbegriff dafür ist AIaaS oder AI-as-a-Service ein. Eine professionelle und plattformübergreifende Alternative aus Berlin für Teams ist Langdock.
Ebenfalls einen zentralen Zugriff auf verschiedene LLMs und Modelle bieten Perplexity oder You.com: Schließt man dort ein Abo ab, stehen ChatGPT, Gemini oder Claude gebündelt zur Verfügung. So ähnlich ist es eben auch bei Typingmind. Und doch gibt es einen entscheidenden Unterschied:
Das „Bring Your Own Key“-Interface
Typingmind ist erst einmal kein eigenes KI-Modell wie beispielsweise ChatGPT und trainiert entsprechend auch keine Daten. Es ist vielmehr eine reine Benutzeroberfläche, die man über den Browser öffnet oder als App nutzt. Der Nutzer erwirbt die Lizenz dafür und verknüpft sie eigenständig mit den KI-Modellen seiner Wahl. Das ist bei OpenWebUI ganz ähnlich – allerdings mit dem Unterschied, dass man dort bei den AIaaS-Drittanbietern oft ein fertiges Modellpaket mietet, während man bei Typingmind die direkte Kontrolle über seine eigenen Schlüssel behält.
Diese Einmallizenz bei Typingmind kostet je nach Funktionsumfang zwischen 39 und 99 Dollar (ca. 36 bis 92 Euro). Die Verknüpfung zu den LLM-Anbieter*innen erfolgt über eine Programmierschnittstelle, eine sogenannte API. Das heißt: Am Anfang ist das Einrichten etwas komplizierter, als man das von den simplen Logins bei ChatGPT oder Gemini kennt.
Da stellt sich natürlich die Frage: Warum sollte ich das tun?
Der erste Vorteil ist wie gesagt der, dass ich unterschiedliche Tools flexibel in einer einzigen Oberfläche nutzen kann. Der zweite Vorteil ist: Ich zahle für die Nutzung der Tools nicht monatlich pauschal zwischen 20 und 30 Euro, sondern ich zahle strikt nach tatsächlichem Verbrauch. Und das ist für viele Anwendungsfälle deutlich günstiger, als wenn ich ein oder mehrere Monats-Abos laufen hätte.
Ich habe die 99-Dollar-Lizenz gekauft. Vorher habe ich allein für ChatGPT rund 25 Euro im Monat bezahlt. Bedenkt man die niedrigen Kosten für die monatliche Nutzung nach Verbrauch, kann man sagen, dass sich Typingmind ungefähr ab dem fünften Monat amortisiert hat.
Zwei Beispiele aus meiner Praxis: Bei Gemini habe ich mir ein monatliches Kostenlimit von 20 Euro eingetragen. Verbraucht habe ich davon letztens gerade einmal 48 Cent, obwohl ich viel mit Gemini arbeite. Bei ChatGPT habe ich im Mai bisher 11 Euro verbraucht, was noch immer spürbar günstiger als das 25-Euro-Pauschalabo ist.
Wo finde ich den API-Key?
Um über die besagte API eine Verknüpfung zu den Tools meiner Wahl herzustellen, benötige ich einen digitalen Schlüssel, den sogenannten API-Key.
Die wichtigsten Anlaufstellen für die Erstellung dieser Schlüssel sind die Entwickler-Plattformen:
- ChatGPT (OpenAI): Die Verwaltung erfolgt über die OpenAI Developer Plattform. Nach einer Guthaben-Aufladung lassen sich dort individuelle Keys generieren.
- Claude (Anthropic): Schnittstellen für die sprachlich präzisen Modelle der Claude-Familie werden in der Anthropic Console verwaltet.
- Gemini (Google): Über das Google AI Studio können Keys für die Gemini-Modelle erstellt werden.
Um diese Keys zu nutzen, hinterlegt man beim jeweiligen Anbieter einmalig ein Guthaben per Kreditkarte. Ich lade jeweils 20 Euro auf, habe ein festes Monatslimit in dieser Höhe eingerichtet und erlaube nicht, dass automatisch nachgeladen wird. So behält man die volle Kostenkontrolle.
Aggregatoren: Der Einsatz von OpenRouter
Wer den administrativen Aufwand noch weiter minimieren und nicht bei jedem einzelnen KI-Anbieter ein eigenes Konto anlegen oder separate Kreditkartendaten hinterlegen möchte, nutzt Plattformen wie OpenRouter.
OpenRouter agiert als technischer und finanzieller Zwischenhändler. Man benötigt dort nur ein einziges Konto und einen einzigen API-Key. Dieser wird in Typingmind hinterlegt und gewährt sofortigen Zugriff auf hunderte Modelle gleichzeitig – von kommerziellen Branchenführern wie OpenAI und Anthropic bis hin zu quelloffenen Open-Source-Modellen wie Metas Llama-Serie.
Wie sieht es mit dem Datenschutz aus? Hinter Typingmind steht die Firma Devuap LLC mit Sitz in Sheridan, USA. Für die rechtliche Einordnung gibt es immerhin ein offizielles GDPR Statement zur DSGVO. Typingmind selbst speichert die Chats standardmäßig nur lokal auf dem eigenen Gerät oder verschlüsselt in einer optionalen Cloud-Synchronisation und leitet die Prompts durch. Die eigentliche Verarbeitung der Daten erfolgt bei den jeweils verknüpften LLM-Anbietern – worauf man bei sensiblen Recherchen natürlich immer achten sollte. Über Typingmind kann man auch das französische Le Chat ansteuern, das an die DSGVO gebunden ist.
Oft gefragt, schnell geantwortet
Ein KI-Modell (wie GPT-4o von OpenAI oder Claude 3.5 Sonnet von Anthropic) ist das eigentliche „Gehirn“, das Texte analysiert und generiert. Ein Interface wie Typingmind ist lediglich die optische Benutzeroberfläche (das Cockpit), in der du tippst. Typingmind besitzt keine eigenen Modelle, sondern leitet deine Prompts über eine Schnittstelle (API) an das Modell deiner Wahl weiter.
Der Start erfordert ein paar Minuten Einrichtungszeit: Du musst dich auf den Entwickler-Plattformen von OpenAI, Google oder Anthropic registrieren, dort per Kreditkarte ein kleines Guthaben (z. B. 20 Euro) aufladen und einen Schlüssel (API-Key) generieren. Diesen kopierst du einmalig in Typingmind. Danach fühlt sich die Bedienung genauso einfach und flüssig an wie bei ChatGPT Plus.
Standardmäßig speichert Typingmind deine Chats nur lokal auf deinem Gerät. Wenn du die optionale Cloud-Synchronisation nutzt, werden die Daten verschlüsselt übertragen. Typingmind selbst liest oder trainiert deine Daten laut ihrem GDPR Statement nicht. Allerdings werden deine Prompts zur Verarbeitung an die jeweiligen LLM-Anbieter (wie OpenAI oder Google) gesendet. Für hochsensible Daten im Team-Kontext sind europäisch gehostete Plattformen wie Langdock daher die datenschutzkonformere Alternative.


