Nach nur etwa 35 Jahren hat der Dichtungsring an meinem Mixer aufgegeben. Er ist einfach durchgebrochen Was tun? Den kompletten Mixer wegwerfen? Bevor ich ein funktionierendes Gerät auf den Müll werfe, suche ich lieber nach Ersatzteilen. Also griff ich zum Smartphone. Der Hersteller der Küchenmaschine bot auf seiner Website kein Zubehör an. Aber DuckDuckGo, was mir auf dem Smartphone als Suchmaschine voreingestellt ist, zeigte mir auf Platz eins der Suchergebnisse einen Shop, der sich exakt auf solche Ersatzteile spezialisiert hat.
Drei Ringe kosteten sechs Euro, der Versand noch einmal sechs. Für zwölf Euro war mein Mixer gerettet.
Der Google-Gegencheck: Suchmaschinen liefern unterschiedliche Ergebnisse
Was das mit Künstlicher Intelligenz (KI) zu tun hat? Eine Menge! Weil mir der Smartphone-Bildschirm eigentlich für eine Bestellung zu klein ist, habe ich die Suche nämlich am Computer wiederholt. Dort ist als Suchmaschine Google voreingestellt. Der Shop, der auf dem Smartphone mit DuckDuckGo ganz oben (und wohlgemerkt nicht als Werbung!) gelistet war, wurde mir auf der ersten Ergebnisseite weder bei Google noch bei Ecosia angezeigt.
Dieses Erlebnis passt wunderbar zu unserem Umgang mit Künstlicher Intelligenz. Wenn ich in meinem Arbeitsalltag erzähle, dass ich mit KI recherchiere, warnen Kolleginnen und Kollegen oft: „Das kannst du doch nicht machen! Wenn du eine KI zweimal dasselbe fragst, bekommst du unterschiedliche Antworten!“
Suchmaschine versus KI-Recherche
Meine Standardantwort darauf lautet seit jeher: Auch bei einer Online-Recherche mit Suchmaschinen kann ich unterschiedliche Ergebnisse bekommen, abhängig beispielsweise davon, welches Gerät oder welchen Suchanbieter ich nutze. Das ist vielen nicht bewusst, weil sie eben immer Google nutzen. So grenzt man seine Suchergebnissen ein, ohne eventuell die wirklich relevanten gefunden zu haben.
Ob KI oder klassische Suchmaschine: Ergebnisse müssen immer überprüft werden. Das ist journalistische Pflicht, besonders, wenn es um faktenbasierte Inhalte geht. Wer die Sorgfaltspflicht ernst nimmt und gute Recherche-Prompts beherrscht, der kommt auch mit Künstlicher Intelligenz verlässlich zu den gewünschten Ergebnissen. Ganz abgesehen davon, dass in Suchmaschinen natürlich längst KI steckt, ich also im Grunde gar nicht mehr ohne Künstliche Intelligenz recherchieren kann.
Durch Features wie den KI-Überblick (AI Overview) oder Google Gemini ist es ohnehin nur eine Frage der Zeit, bis die vertrauten blauen Linklisten als Suchergebnisse gar nicht mehr zur Verfügung stehen. KI ist kein Ersatz für Recherche, sie ist ein Werkzeug. Wer sie klug und kritisch nutzt, gewinnt Zeit, ohne an Qualität zu verlieren.
KI als Werkzeug: So klappt die Recherche
Deshalb lautet mein Rat: Nutzt KI für eure Recherche. Aber bleibt vorsichtig und kritisch. Checkt konsequent eure Quellen:
- Aktualität: Sind die Quellen aktuell?
- Seriosität: Handelt es sich um vertrauenswürdige Seiten?
- Echtheit (Halluzinationen vermeiden): Ist die angezeigte Quelle wirklich die echte Quelle oder hat die KI sie erfunden?
Lasst das Ergebnis immer überprüfen. Nutzt dafür am besten eine zweite Suchmaschine, die die Behauptungen der ersten KI auseinandernimmt und einem Gegencheck unterzieht. Zum Thema Qualitätssicherung habe ich neulich einen Prompt auf LinkedIn veröffentlicht. Wer diese Regeln beachtet, findet in der Künstlichen Intelligenz eine gute Hilfe für die tägliche Recherche.