Stell dir vor: Du triffst auf jemanden, aber ihr sprecht nicht dieselbe Sprache. Und trotzdem müsst ihr euch unterhalten. Das kann beispielsweise im Urlaub der Fall sein, wenn ihr zu einem Arzt müsst, dieser aber weder Englisch noch Deutsch spricht. Banaleres Beispiel: Ihr macht einen Bootsausflug, die Stimme über den Lautsprecher spricht aber ausschließlich französisch. Hier kann künstliche Intelligenz sehr nützlich werden.
Denn KI-Tools können in Sekundenschnelle übersetzen. Und das nicht nur schriftlich, sondern auch per Sprachein- und ausgabe.
Gemini als Dolmetscher in der Hosentasche
Ich habe diesen Versuch mit ChatGPT und Gemini gemacht. Gemini ist eindeutig besser, denn ChatGPT beginnt, Fragen innerhalb der Unterhaltung mit erfundenen Informationen selbst zu beantworten. Meine Tipp ist also, Gemini auf dem Handy zu nutzen:
1. Die Gemini-App öffnen (fürs iPhone und für Android erhältlich).
2. Die Audiofunktion aktivieren – erkennbar am derzeit hellblauen Kreis mit dunklen Strichen im Prompteingabefeld.
3. Den Prompt einsprechen, zum Beispiel: „Ich möchte ein zweisprachiges Gespräch führen, kannst du von einer in die andere Sprache übersetzen? Du sollst Fragen nicht selbst beantworten, sondern nur von X in Y übersetzen und andersherum.“
So entsteht aus dem Smartphone quasi ein kleiner Simultandolmetscher für den Alltag. Bei unserer Bootstour in Brest haben wir übrigens Vibe von Mistral zum Übersetzen genutzt. Wenn sehr viel Text auf einmal kommt, benötigt das Tool natürlich zwischendurch Zeit zum Übersetzen. Die Übersetzung ist bei Mistral in Textform, so dass wir wiederum etwas Zeit brauchten, den Text zu überfliegen. Ich denke, wir haben ein gutes Drittel der sehr vielen Informationen mitbekommen. Das ist besser als gar nichts.
DeepL: Die starke Alternative aus Deutschland
Wer eine spezialisierte Lösung sucht, sollte DeepL kennen. Das Tool ist bekannt als das „bessere Google Translate“ und kommt aus Köln. DeepL unterstützt sehr viele Sprachen, darunter beispielsweise Türkisch, Ukrainisch und.
Das Prinzip: Text einsprechen, Übersetzung erscheint schriftlich auf dem Bildschirm – und kann auf Wunsch auch laut vorgelesen werden. DeepL gibt es als App für iPhone und Android.
Die Übersetzungs-Apps, die schon auf deinem Handy sind
Davon abgesehen musst du vielleicht gar keine neue App herunterladen, denn dein Smartphone hat wahrscheinlich schon ein Tool vorinstalliert:
– iPhone: Die App heißt schlicht „Übersetzen“. Besonders hilfreich ist der Konversation-Modus: Er zeigt die Gesprächsbeiträge beider Seiten als Sprechblasen auf dem Bildschirm an – links und rechts, jeweils in der entsprechenden Sprache. Fast wie eine echte Chat-Unterhaltung.
Die neuen Airpos von Apple haben übrigens eine Live-Übersetzungsfunktion.
– Android: Hier heißt das Tool „Google Übersetzer“ und es ist kostenlos im Play Store verfügbar. Spracheingabe inklusive.
Bewerbungsworkflow mit KI
In fünf Schritten zu einem Anschreiben, das nach dir klingt und nicht nach einem KI-Tool. Zusätzlich Prompts für eine Stellenanzeigen-Analyse und eine Gesprächsvorbereitung. Plus Mini-Checkliste zum Gegenlesen, bevor die Bewerbung raus geht.
Gut zu wissen
KI-Übersetzungen sind gut. Aber sie sind nicht perfekt. Gerade bei komplexen oder fachlichen Aussagen können Fehler passieren. Und das Tückische: Wer die andere Sprache nicht spricht, merkt das oft nicht.
Deshalb gilt: Für unkomplizierte Alltagsgespräche sind diese Tools hervorragend geeignet. Bei rechtlich oder medizinisch relevante Aussagen kann es schwieriger werden. Aber: KI-Übersetzungen werden kontinuierlich besser. Was heute noch gelegentlich holpert, klingt morgen schon flüssiger.
