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Visuals Conference 2026: KI macht viele kreativer – aber nicht alles besser

Im Zentrum der Visuals Conference des Bundesverband professioneller Bildanbieter Mitte April 2026 stand wie so oft derzeit das Thema künstliche Intelligenz. Aber nicht als Tool-Demo-Veranstaltung, sondern als kulturelle, kreative und journalistische Herausforderung.

Mein Fazit nach 6,5 gehörten Diskussionsrunden und Vorträgen: KI senkt die Einstiegshürden in die Produktion von Bildern, Videos und Layouts. Das Ergebnis ist paradox: Die Masse wird kreativer, weil sie jetzt Möglichkeiten hat, die früher unvorstellbar waren. Gleichzeitig werden die Ergebnisse austauschbarer. Der Unterschied zwischen Qualität und generischen Inhalten entsteht nicht mehr durch den Zugang zu Tools, sondern durch Haltung, Ideen und Kontext.

Authentizität als neue Währung

Eine der aus meiner Sicht wichtigsten Fragen der Konferenz lautete: Wird Authentizität zum „Öl des 21. Jahrhunderts“? Der Gedanke dahinter ist simpel: Wenn Inhalte beliebig generierbar sind, steigt der Wert des Echten. Nicht zwingend im Sinne von „handgemacht“, sondern im Sinne von glaubwürdig. Wer spricht hier? Mit welchem Ziel? Auf welcher Grundlage? Für Journalismus und Kommunikation ist Authentizität also kein Nice-to-have mehr, sondern zentral. Das entspricht der SEO-Prognose, dass für Medienhäuser der Wert von journalistischen Personenmarken beziehungsweise Nachrichteninfluencern steigen wird. KI kann zwar Inhalte erzeugen. Vertrauen entsteht aber anders.

KI als Werkzeug – und als Gegenüber

KI wird überdies nicht nur als Werkzeug genutzt, sondern zunehmend als Dialogpartner. Ideen werden iterativ entwickelt, visuelle Konzepte entstehen im Zusammenspiel mit generativen Systemen. Gleichzeitig wird deutlich: Wer sich ausschließlich auf die KI verlässt, verliert. Die Qualität der Ergebnisse hängt direkt von der Fähigkeit ab, zu hinterfragen und zu bewerten. Zusätzlich gehört professionelles Prompting zu den Kernkompetenzen von Medienschaffenden.


Bevorstehende Veranstaltungen


Die neue Arbeitsteilung

Es entstehen so neue Workflows und eine neue Rollenverteilung:

  • KI übernimmt Geschwindigkeit, Varianten und Skalierung
  • Menschen übernehmen Bewertung, Kontext und Richtung

Das bedeutet, dass sich Kompetenzen verschieben. Weg von der reinen Produktion, hin zu mehr Auswahl, Einordnung und Entscheidung. Gerade im visuellen Bereich wird das sichtbar: Viele können heute „schöne Bilder“ erzeugen. Wenige können entscheiden, welches Bild sinnvoll ist.

Ethik, Rechte, Verantwortung

Ein weiterer Schwerpunkt der Konferenz lag auf klassischen, aber ungelösten Fragen: Urheberrecht, Verantwortung und Glaubwürdigkeit.

  • Wem gehört ein KI-generiertes Bild?
  • Wer haftet bei problematischen Inhalten?
  • Wie transparent muss der Einsatz von KI sein?
  • Wie können Medienschaffende ihr Urheberrecht durchsetzen und von den neuen Entwicklungen profitieren?

Klar ist nur: Die technischen Möglichkeiten laufen der Regulierung voraus.


KI und Multimedia: Audio, Video, Bild (PDF)

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Praxisnaher Leitfaden für Medienschaffende, die mit KI Bilder, Videos und Audio erstellen oder visualisieren möchten. Das PDF erklärt wichtige Tools, zeigt konkrete Anwendungsbeispiele und enthält Prompts sowie Übungen für den direkten Einsatz im Arbeitsalltag.

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Drei Entwicklungsstufen im Umgang mit KI

Geht es um Ki, scheint es eine Art Reifegradmodell im Umgang mit KI zu geben:

  1. Ablehnung oder Ignoranz. Erst gestern hat mir in anderem Zusammenhang jemand gesagt, er nutze Perplexity nicht mehr, weil die Ergebnisse so schlecht seien. Ich habe mir die Antwort verkniffen, dass in solchen Fällen das Problem häufig vor dem PC sitzt.
  2. Nutzung als Spielzeug oder als Effizienztool
  3. Integration in echte Arbeitsprozesse

Was bleibt

Die Visuals Conference war kein Ort für einfache Antworten. Dafür aber für klare Beobachtungen:

  • KI demokratisiert Kreativität, aber nivelliert Ergebnisse
  • Authentizität wird zum entscheidenden Differenzierungsmerkmal
  • Arbeit verschiebt sich von der Produktion zur Bewertung
  • Verantwortung bleibt beim Menschen – auch wenn die Maschine produziert

Für alle, die in der Medienbranche arbeiten, lässt sich daraus ableiten: Wer KI nur als Tool versteht, nutzt sie unter Wert. Der eigentliche Hebel liegt im Zusammenspiel mit dem eigenen Arbeitsprozess.



Warum macht KI Inhalte gleichzeitig kreativer und austauschbarer?


KI senkt die Produktionshürden. Mehr Menschen können visuell arbeiten, schneller und in größerem Umfang. Dadurch steigt die Menge an kreativen Outputs. Gleichzeitig greifen viele auf ähnliche Modelle, Stile und Prompts zurück. Das führt zu wiederkehrenden Mustern und damit zu Austauschbarkeit. Qualität entsteht deshalb nicht mehr primär durch das Werkzeug, sondern durch Idee, Kontext und Auswahl

Was bedeutet „Authentizität als neue Währung“ konkret?


Wenn Inhalte beliebig generiert werden können, verschiebt sich der Wert hin zur Glaubwürdigkeit. Entscheidend ist nicht, ob etwas mit oder ohne KI erstellt wurde, sondern ob es nachvollziehbar ist: Wer steht dahinter? Welche Perspektive wird eingenommen? Welche Quellen oder Erfahrungen fließen ein? Authentizität wird damit zum Differenzierungsfaktor in einem überproduzierten Content-Umfeld.

Welche Konsequenzen ergeben sich für Medien, PR und Kommunikation?


Die Rolle verschiebt sich von Produktion zu Bewertung. KI liefert Varianten und Vorschläge, aber keine belastbare Einordnung. Wer professionell arbeitet, muss auswählen, gewichten und kontextualisieren können. Der Wettbewerb entscheidet sich weniger an der technischen Umsetzung, sondern an der Fähigkeit, relevante Inhalte von generischen zu trennen und ihnen eine klare Haltung zu geben.

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